Samstag, 6. September 2014







Im letzten Post schrieb ich, daß es bei  Empty Music ausschließlich um längere Versionen schon vorhandener Stücke gehe. Speculations About A Lazy Monk ist nun doch ein neues Stück, das zudem auch noch aus zwei Teilen besteht. Natürlich ist da Monk, allerdings lazy, wie unter Valium. Und lazy ist natürlich auch LacySteve.



In the last post I wrote that Empty Music would exclusively deal with longer versions of already existing compositions. Now Speculations About A Lazy Monk however is a new piece and in addition consists of two parts. Of course there is Monk but lazy, like on valium. And lazy of course is also LacySteve.






















Now, how does this go together with Uwe Johnson to whom this composition is dedicated? 
One could start with: Johnson too was a monk, reclusive: actually speechless, closemouthed, in any case on the Thames island where he lived during the last years of his life. Just like Monk who hunkered down in the appartment of his patron Pannonica de Koenigswarter and didn´t play the piano anymore for ten years, his last ones.
And therefore you often don´t know who is talking, like in Mutmaßungen über Jakob (Speculations About Jakob). Because the hush is part of it, it sounds out, it resonates. And the title comes from there: where no-thing remains but speculations. Unfortunately Johnson spent his life also outside literature with them, partially even on them.



Wie geht das nun alles zusammen mit Uwe Johnson, dem diese Komposition gewidmet ist? 
Beginnen könnte man vielleicht mit: Johnson war auch ein Mönch. Zurückgezogen: sprachlos eigentlich, schweigend, jedenfalls auf der Themseinsel, wo er die letzten Jahre seines Lebens wohnte. Genau wie Monk, der bei der Mäzenin Pannonica de Koenigswar-ter unterschlüpfte und 10 Jahre lang, seine letzten, nicht mehr spielte. 
Und daher weiß man oft nicht, wer spricht, wie in Mutmaßungen über JakobWeil das Schweigen mit dazugehört, mit-spricht, mit-klingt. Und der Titel (Speculations About…) kommt von da: wo nichts bleibt außer Spekulationen. Bedauerlicherweise hat Johnson sein Leben auch außerhalb der Literatur mit ihnen verbracht, es sogar partiell auf ihnen gebaut.






Also geht es eigentlich ums Abbrechen hier, d.h. in diesem über fünfzigminütigen Stück: keine Meditation, sondern ein Aufhören. Allerdings war es der Wunsch des inneren Dramaturgen, daß es immer sanfter aufhört, ausklingt, daß dieses Verstummen irgendwann mit sich selbst versöhnt ist. Bis der zweite Teil der Melodie einsetzt. Und erneut dies »stop-and-go« beginnt, dann aber das Warten irgendwann aussetzt. Denn die Pausen, nachdem es begonnen hat und dann abbricht, sind doch immer Wartezeiten. Wie lassen sie sich überführen in einen Zustand der Absichtslosigkeit?
Geholfen hat das Xylophon, von dem am Ende kaum noch etwas blieb, aber dann fordert es so wenig.





























So somehow it´s about breaking off, that is to say in this piece more than fifty minutes long: no meditation but a cessation. It was the wish of the inner dramatic adviser though that it gradually ends and fades away more gentle, that this falling silent will be propitiated with itself some day. Till the second part of the melody sets in. And this stop-and-go again commences but sometime the waiting ceases. For the pauses - after it had begun and then breaks off - are always times of waiting. How can one transform them into a state of unintentionality?
Helping was the xylophone from which little remained but after it also demanded little. 





My interest was focused on how a rather jumpy or skittish piece comports oneself under the burning glass of downshift. Like the calm and sedate Johnson reconciles the pipe-smoking with a »cubist« diction? Just to halt over and over?


Interessiert hat mich, wie ein eigentlich eher »zickiges« Stück sich verhält unter dem Brennglas der Verlangsamung. Wie der ruhig-behäbige Johnson das Pfeiferauchen mit einer »kubistischen« Schreibweise vereinbart? Eben immer wieder anhalten?







Das beginnt ja alles aufgeregter als sonst, auch und insbesondere beim zweiten Mal, das heißt beim Einsatz der zweiten Melodie. Mehr Assoziationen schwingen mit. Wie beim Fahrradfahren: man schaut und pedalliert: Atmung und Landschaft. Wie im Dritten Buch über Achim, den Champion der Arbeiterklasse. 


It all starts more excited than usually, also and specially the second time with the entry of the second melody. More associations are resonating. Like with bicycling: you watch and pedal: breath and landscape. Like in The Third Book About Achim, the champion of the working class. 







And again: In the beginning there is Monk. When I think about him I first see how he dances. And in this dance everything is already included: a dervish, though in slow motion. The submersion, but without ecstasy. 


Aber noch einmal: zuerst ist da Monk. Wenn ich an ihn denke, sehe ich ersteinmal, wie er tanzt. Und in diesem Tanz ist das alles schon drin: ein Derwisch, allerdings in slow motion. Die Versunkenheit, aber ohne Ekstase.





Es ist rhythmisch, es gibt ein Metrum. Das bleibt. Und drauf wachsen seltsame Pflanzen, die man noch nie gesehen hat. Wie die Sprachblüten von Johnson. Oder die sperrigen Akkorde von Monk
Vielleicht ist das aber auch nur abgedroschen, oder beides. Wie auch immer, die Pausen jedenfalls ermöglichen diverse Überprüfungs-möglichkeiten.


It it rhythmical, there is a metrum. That stays. And upon grow strang plants you´ve never seen before. Like Johnsons word blossoms. Or Monks awkwardly shaped chords.
But perhaps it´s just hackneyed, or both. However the pauses enable you to check this out in many ways.




















For the photos close your eyes and see:

www.loudelalune.blogspot.fr


Kommentare sind wie immer willkommen. (mail@stefan-hardt.de).

Alle erwähnten CD´s und noch viele mehr sind direkt bei mir bestellbar.


Commentaries are always welcome 
(mail@stefan-hardt.com).

For all mentioned cds and many more please contact me.