Donnerstag, 24. April 2014


EMPTY MUSIC I ist der Beginn einer neuen, auf ca. 4 CD´s angelegten Reihe - die Reihe der ausgestorbenen Berufe (8 CD´s; s. vorherige posts) ist beendet. Im Fokus befinden sich sozusagen extended versions von schon existierenden Kompositionen. Die Anregung für dieses Projekt verdanke ich indirekt Radu Malfatti (www.radumalfatti.eu), der mich darin bestärkt hat, Pausen als den Tönen gleichberechtigte musikalische Bausteine zu verwenden. 


                                                                                                

EMPTY MUSIC I is the first volume of a new series aimed at approximately 4 cds  - the one related to extinct professions (8 cds; see former posts) is completed. I now focus on extended versions of already existing compositions. The incitation for this project I indirectly owe to Radu Malfatti (www.radumalfatti.eu) who encouraged me using pauses as musical components equal to the ones of tones.

I´ve already perceived them, the pauses like that for quite some time but not in such a »simple« and radical manner as Radu Malfatti
When a house is built of bricks and plaster or cement, a piece of music is built of tones and pauses respectively silence. If you compare the two, you easily end up with the question: Does the plaster, that is to say the pauses, provide utilities in order to create a dramaturgy for the essential, the tones, or can one also consider the pauses being bricks themselves, like the tones? Here in this piece I try to present them, tones and pauses, as equal, as bricks. The musical logic is the plaster, the traceability in regard to the succession of tones. So pauses not only connect two tones or tone sequences but evoke Again & Again the fact that all music originate from silence.
The momentum to feature this insight explicitly I received through an e-mail exchange with Radu Malfatti. 

This is the reason for dedicating this cd to him. Thanks a lot, Radu!






Schon lange sehe ich Pausen als musikalische Bausteine an, bisher jedoch noch nicht in solch »einfacher« und radikaler Weise wie Radu Malfatti. 
Wenn ein Haus aus Ziegeln und Mörtel bzw. Zement erbaut wird, dann wird ein Musikstück aus Tönen und Pausen oder Stille erbaut. Vergleicht man nun beide, so landet man leicht bei der Frage: Stellt der Mörtel, also die Pause, ein Hilfsmittel dar, um eine Dramaturgie fürs Eigentliche, die Töne, zu schaffen, oder sind auch die Pausen selbst Ziegel, so wie die Töne? 
In diesem Stück nun versuche ich Töne und Pausen als gleichberechtigt zu präsentieren, als Ziegel. Den Mörtel bildet die musikalische Logik, die Nachvollziehbarkeit hinsichtlich der Abfolge von Tönen. So verbinden die Pausen nicht nur zwei Töne oder Tonfolgen, sondern evozieren Again & Again die Tatsache, daß alle Musik aus der Stille herkommt.
Das Momentum, diese Einsicht so explizit und exponiert zu featuren, hat mir ein kleiner Mailwechsel mit Radu Malfatti »geschenkt«.

Aus diesem Grund ist ihm diese CD gewidmet. Vielen Dank, Radu!














Ich freue mich sehr, daß Jürgen Albrecht mir einige stills seiner Arbeiten für die CD-Cover zur Verfügung gestellt hat. Danke, Jürgen!
Ich habe den Eindruck, sie passen sehr gut und wirken wie geschaffen für die Musik.

(www.juergenalbrecht.com)


I´m very pleased that Jürgen Albrecht provided some stills of his work in order to use them for the cd covers. Thanks, Jürgen!
I think they fit well and seem to be exclusively done for the music. 


Das Motto der Arbeit liefern die Navajos.


The Navajos provide the motto.










Radu Malfatti, Komponist und Posaunist, ist Mitglied der Komponistenvereinigung Wandelweiser (www.wandelweiser.de). Diese Gruppe von »leisen« KomponistInnen führt uns seit Jahren vor ein grundlegend verändertes und sich immer weiter veränderndes Verhältnis zu Stille und Pausen. Sie haben ein eigenes Label - das gab es sogar schon vorher - und spielen nicht nur ihre eigenen Werke ein, sondern auch die befreundeter und/oder geistesverwandter KomponistInnen. Das Besondere ist eben der schon erwähnte Umgang mit Stille und Pausen, und außerdem die Tatsache, daß sie alle auch Musiker sind, Instrumente spielen und so bei den Aufnahmen nicht nur ihrer eigenen Werke, sondern auch der ihrer Freunde und Kollegen als Ausführende mit dabei sind. Neben wunderbaren CD-Einspielungen und gewissermaßen traditionellen Konzerten gibt es außerdem besondere Projekte: über einen Monat verteilt führen 4 Komponisten täglich jeweils 1 Stück auf, in Teilen, in Variationen etc.; es gibt extrem lange Veranstaltungen mit Tanz, Kunst und Performances (über 9 Stunden); ein Bildhauer verändert wöchentlich seine in einer Kirche ausgestellte Skulptur, dazu gibt es jeweils über zwei Jahre hinweg ein extra dafür geschriebenes Stück zu hören etc..  





As composer and trombonist Radu Malfatti is member of the association called Wandelweiser (www.wandelweiser.de). This group of »silent« composers present to us since years a fundamentally changed and still changing relation towards stillness and pauses. They have their own label - which already existed before the foundation - and not only record their own work but also that of befriended and/or congenial composers. Their particular is the already mentioned handling of pauses and stillness and the fact that they are all musicians themselves; so they not only record their own works themselves but also participate in the recordings of friends and collegues. Besides wonderful cds and traditional concerts they also develop special projects: a month long 4 composers perform one piece each, every day, in parts, in variations etc.; there are extremely long presentations, including art, dance and performances (9 hours); a sculptor weekly changes his work, exhibited in a church for more than two years and along with this weekly procedure there is a concert introducing an ever new piece written specially for this sculpture etc..




Thanks, Lou for the photos!


www.loudelalune.blogspot.fr


Kommentare sind wie immer willkommen. 
(mail@stefan-hardt.de)
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Sonntag, 22. Dezember 2013








Wahrscheinlich wäre es SHADOW´S DELIGHT - nach Zhuang Zhou  -, nicht abhängig von etwas zu sein, um sein zu können, wie er ist.


SHADOW´S DELIGHT would probably be - according to Zhuang Zhou  - not to depend on something to be as he is.


Dieses Stück ist Jürgen Albrecht gewidmet. Jürgen ist ein alter Freund, der schon einen langen produktiven Weg hinter sich hat und seit Jahren Architekturen entwirft, die vom Licht leben. Es sind Räume und Gänge, die sehr licht und klar sind, und obwohl sie ganz jenseits von Gemütlichkeit sich entfalten und auch weit entfernt sind davon, ein wohliges Empfinden auszulösen, zieht mich das Pure der Formen ungeheuer an, mal scharfrändrig, mal „zerfließend“ in weichen Übergängen. Selbst einige der Fotos auf seiner Webseite vermitteln diesen Sog (www.juergenalbrecht.com). Ungleich stärker jedoch ist diese Anziehung, wenn echtes Licht durch die Löcher in die aus Pappe gebauten, permanent im Wandel befindlichen Innenräume fällt. Vielen Dank, Jürgen, für diese Lichtblicke im wahren Sinn des Wortes!


This composition is dedicated to an old friend of mine, Jürgen Albrecht, an artist who already travelled quite a bit, artistically, and whose objects unite architecture and light. Since many years he devises architectures who live on light, rooms, aisles and corridors who are clear, bright and light and eventhough they unfold far beyond cosiness and don´t trigger a comforting sensation either, I´m strongly attracted by the pureness of their forms, sometimes sharp-edged, sometimes „melting“ in soft transitions. Even some of the photos on his website (www.juergenalbrecht.com) have this intense undertow. Unequally stronger though is the impression, when real light is falling through the holes on top of the constructions made of cardboard into the permanently changing indoors. Thanks a lot, Jürgen, for these bright spots in the truest sense of the word!







This is the whole piece. The lines - silhouettes of the ever changing two-dimensional images - are replaced by blocks, chords - the architectures, the spatial arrangement of the indoors - and finally flow into a blend, something that tries to combine the horizontal with the vertical -, hopefully the sculptures.

Je suis le cours de sable qui glisse
entre le galet et la dune

Samuel Beckett

My way is in the sand flowing 
between the shingle and the dune


Dies ist das ganze Stück. Die Linien - Umrisse der sich ständig wandelnden zweidimensionalen Bilder - werden abgelöst von Blöcken, Akkorden - die Architekturen, die dritte Dimension der Innenräume - und münden schließlich in ein Gemisch, etwas, das das Horizontale mit dem Vertikalen zu verbinden sucht -, hoffentlich die Skulpturen. 

Ich bin der Sandstreifen der sich
zwischen dem Geschiebe und der Düne hinzieht

Samuel Beckett




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Samstag, 16. November 2013








The relations of sounds without realities are like no relation at all. Join them at their natural boundaries, and let them develop; this is the way to live out your years.
                                                                           Zhuang-Zhou


Die Beziehungen von Klängen ohne Wirklichkeiten sind wie überhaupt keine Beziehung. Begegne ihnen an ihren natürlichen Grenzen und laß sie sich entwickeln; dies ist der Weg, Deine Jahre auszuleben.
  
                                                                            Zhuang-Zhou    


Begegner kommt vor in Stifters Feldblumen. Bei Stifter ist der Begegner eine Plage, dem Icherzähler zuwider, wie die ärgste meiner Sünden. Ständig taucht dieser Unbekannte auf, wie ein Schatten, man möchte nichts mit ihm zu tun haben, man fühlt sich verfolgt oder zumindest belästigt. In der Musik aber wird eine Umwidmung versucht: hier ist der Begegner eine durchaus willkommene Erscheinung, auf dem Gang über eine weite Ebene; es ist auch genügend Platz vorhanden, sogar für mehrere Begegnungen. Und auch die Stiftersche Variante birgt dann schließlich doch noch eine angenehme Überraschung in sich.





The so-called Begegner, someone you encounter but don´t know, crops up in Stifters Field Flowers. In Stifters novel the Begegner is a plague, abhorrent to the first-person narrator, like the worst of my sins. He constantly shows up like a shadow, you don´t want to deal with him, you feel tracked or at least molested. In the music though a reallocation is tried: here the Begegner is a quite welcome appearance, while walking across a vast plain, that is to say there is enough space, even for several encounters. And in the end even Stifters version holds a pleasant surprise. 





Instinct is an elder composition. The original version I once used for a public performance of Cheng Man Chings Tai Chi form. The new version comes along in two parts, for two melodions and accompanied and commented by various percussion instruments and the Madagascan round timber zither called Valiha.




Instinct ist eine ältere Komposition. Die ursprüngliche Fassung habe ich einmal verwenden können für eine öffentliche Vorführung der Tai-Chi-Form von Cheng Man Ching. Auf der neuen CD gibt es das Stück in zwei Teilen, für zwei Melodions und begleitet und/oder kommentiert von diversen Perkussionsinstrumenten und der madagassischen Rundholz-zither, der Valiha. 
















Emerged from the depth of my fundus these 3 mini cds mainly present new interpretations of elder pieces, originally written for the saxophone. 
Baku, Dream Devourer though not only is new but also a good demon. When you have to happen a nightmare you should call him three times Baku..., then he´ll come and devours your dream. 





Aus den Nischen meines Fundus´ hervorgeholt, präsentieren diese 3 Mini-CD´s hauptsächlich neue Versionen älterer, ursprünglich fürs Saxophon geschriebener Stücke. 
Baku, Dream Devourer jedoch ist nicht nur neu, sondern auch ein guter Dämon. Wenn man einen Albtraum hat, sollte man ihn anrufen, dreimal. Dann kommt er und frißt den Traum.















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Donnerstag, 19. September 2013




Der Zeichenschläger versucht, dafür zu sorgen, daß man sich nicht verirrt auf dem Weg*, er bringt Zeichen an oder schlägt sie ein, in Bäume und Steine. Meine Tochter Lou hat das erste Zeichen gesetzt: das Cover-Foto ist von ihr (http://fuckwithpeterpan.blogspot.fr).























The Zeichenschläger helps - he tags or nails down signposts in trees or stones - not getting lost on the way*. My daughter Lou placed the first sign: she did the cover photo (http://fuckwithpeterpan.blogspot.fr).
It was a profession. 
For it may be you go and suddenly there lay a poem; no one knows who put it there and nature is so busy (listen to the frogs). Sprossung deals with that. Ernst Jandl bequeathed us the poem.


Das war ein Beruf. 
Denn es kann sein, man geht, und plötzlich liegt da ein Gedicht, keiner weiß, wer es dort hingelegt hat, und die Natur ist so beschäftigt (höre die Frösche). Davon handelt Sprossung. Das Gedicht hat uns Ernst Jandl vermacht.





Le Dedale, das Labyrinth, kombiniert äußerste Simplizität mit einer klaren Struktur. Man darf die Lücken selbst schließen oder raten, was als nächstes kommt: eine reine Wiederholung, eine Variation oder ein neues „Modul“? Hoffentlich ist es wirklich ein Irrgarten, aber mit einer Aussicht, nicht aussichtslos.







Le Dedale, the labyrinth, combines utmost simplicity with a clear structure. You may bridge the gaps yourself or guess what´ll come next, a mere repetition, a variation or a new module. Hopefully it´s a real maze but nevertheless with a view, not forlorn.
Le Dedale..., that is to say its second, longer part is featured on one of the three little siblings (mini cds) of the Zeichenschläger.


Le Dedale..., also der zweite, längere Teil findet sich bei einem der drei kleinen Geschwister (Mini-CD´s) vom Zeichenschläger, Le Dedale.
























Der Begeher guckt sich Leute und Sachen nur an, er begegnet nicht, das ist dann der Begegner, der kommt nächstes Mal dran. Der improvisa-torische Teil besteht ausschließlich aus Akkorden. 


The Begeher, someone who walks on, only looks at people and things, he doesn´t meet or face or encounter, that would be the Begegner, that´s for the next time. 
The improvisational part exclusively consists of chords. 








Lettering Stones ist eine ältere Komposition und bezieht sich auf den buddhistischen, tibetischen Brauch, Steine zu beschriften mit Sentenzen, Weisheiten und Wünschen. Geduld ist gefragt beim Übertragen, denn auch Steine besitzen eine Aura.


Lettering Stones refers to the Tibetan-Buddhist custom of lettering stones with aphorisms, sage sayings and wishes. Respect and patience are asked during the transfer, for even stones own an aura.








Obwohl das Ereignis nun schon ein dreiviertel Jahr zurückliegt, hier einige Worte zur knapp vierstündigen Ausstellungs-Musik namens Stimmgang
Ich war von der Künstlerin Maren Ruben (maren-ruben.com) um eine Klanginstallation für die Regionale 13 - eine sogenannte trinationale, d.h. in Deutschland, Frankreich und der Schweiz angesiedelte Ausstel-lungsserie in vielen verschiedenen Museen für die Region Oberrhein - gebeten worden. 


Eventhough the event goes back already three quarters of a year, here some words about the almost four hours long exhibition music Stimmgang.
I was asked to do a sound installation for the Regionale 13 which is a series of exhibitions in this area including the countries Germany, France and Switzerland. 







Stimmgang initiert, mit Hilfe von unablässig fallenden Wassertropfen, das Gehen mit Sprache, die aus der Musik kommt und wieder in sie zurückgeht, auf und über Wasser, und, mit Hilfe des schon erwähnten Gongyo - Voice Walk (Post 1), eine epische Wanderung in kleinen Schritten, eine kleine Schule der Aufmerksamkeit.
*Der Zeichenschläger sorgt dann für eine retrospektive Orientierung im Garten der Tropfen. 


Stimmgang initiates, with the help of constantly falling drops the walk with language which comes out of music and goes back into it, on and over water, and, with the help of the already mentioned Gongyo - Voice Walk (post 1), an epic peregrination within little steps, a tiny school of attentiveness.
*The Zeichenschläger provides a retrospective orientation in the garden of drops. 







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1 CD:                                  15 €
2 CD´s:                                25 €
1 Mini-CD:                            7 €
Preise inkl. Porto und Verpackung


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1 mini cd:                              7 €
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